Termin zur OP steht – am 11.09.2026

Ich war jetzt die ganze Woche in der Klinik, also Montag bis Freitag. Da meine Blutwerte – meine Thrombozyten, das Eisen und Calcium – nicht im Normbereich waren, mussten die mich erst mal ein bisschen aufpäppeln. War schon eine ziemlich anstrengende Woche.

Der Chirurg war bei mir und hat mit mir ganz grob das Prozedere durchgesprochen. Ich fragte ihn aber nochmals, ob es nicht doch die Möglichkeit gibt, den Magen oder einen Teil davon zu retten. Diesen Zahn hat er mir direkt gezogen. Die Art des Krebses, „Laurén diffuser Typ 2“, erlaubt keine klare Abgrenzung. Der breitet sich so krakelig aus und zieht sich so fadenartig ins Gewebe, dass man hier wirklich großzügig mit der Klinge ansetzen muss.

Es ist Samstag, 08:15. Habe gerade den Kater gefüttert und hätte nicht gedacht, wie anstrengend das sein kann. Sein Blick mahnte mich zur Eile. Er kann nicht wissen, was los ist. Er musste sich gedulden, und ich musste mir erst mal 1,5 Gramm Novaminsulfon reinschütten.

Zurück zum Chirurgen. Er erklärte mir ganz grob, was wie gemacht wird, nachdem ich eigentlich nur eine Frage an ihn hatte. Ich fragte, ob mein ganzer Bauch von oben bis unten geöffnet wird und ob ich dann eine riesige Narbe habe. Und er sagte „Ja.“. Es ist der Arzt, der auch die OP durchführt. Er meinte, dass er viel Platz braucht, um den Magen und auch alle umliegenden Lymphknoten entfernen zu können. Und dann muss ja die Speiseröhre ein wenig eingekürzt und mit dem Dünndarm verbunden werden. Da ist ordentlich was zu tun.

Ich bringe das hier so locker und luftig zu Papier, aber das ist auch wieder so eine Schutzmaßnahme des Geistes.

Der Termin für die OP ist der 11.09.2026. Am 10.09. werde ich aufgenommen, komme auf Station, am 11.09. ist die Magen-OP und dann bleibe ich auf Intensiv, und dann schauen wir, was passiert.

Mir wird ganz anders, wenn ich daran denke. Der Arzt meinte zu mir, dass ich nach der Krankheitsphase, die jetzt nach der 4. Chemo kommt, ca. 2 Wochen „Grippe“ noch mal richtig leben soll. Essen gehen, was immer mir schmeckt. Noch mal richtig genießen. Ein bisschen zunehmen, wenn es möglich ist. Ein Grillabend mit Freunden oder Familie. Und so weiter.

Nach der OP kommen wieder 4 Zyklen Chemo. Also werde ich so um die Weihnachtszeit mit der Odyssee halbwegs durch sein. Dann noch Reha und und und. Das ist alles so anstrengend. Und meine berufliche Situation tut mir besonders weh. Ich war bzw. bin noch immer auf so einem vielversprechenden Weg. Mal sehen, wie ich das alles hinbekomme.

Zu meinem Blog und meinem privaten YouTube-Kanal: ComputerRalle_Persönlich

Ich habe jetzt auf Station viele Menschen getroffen und kennengelernt. Viele können sich gar nicht richtig öffnen und benötigen die Hilfe der Onkopsychologie der Klinik. Meine wechselnden Zimmernachbarn haben oft Anrufe bekommen von Familie, Kollegen und Bekannten, und ich konnte erleben, wie sehr das diese Menschen stresst und anstrengt.

Ich weiß natürlich auch, dass meine Familie und Freunde auch gerne mit mir reden möchten, aber auf der anderen Seite weiß ich auch, dass sie Verständnis dafür haben, dass ich diesen Weg hier gewählt habe. Ich kann allen Bescheid geben und Fragen beantworten, ohne dabei Stress und Schmerzen in Kauf nehmen zu müssen. Natürlich kann ich nicht individuell auf Fragen eingehen, aber mein Umfeld weiß Bescheid. Das hilft mir wirklich enorm. Das erleichtert mich, und ich kann mich meiner Gesundheit hingeben, ohne mir Gedanken machen zu müssen.

Ich kann ja sehen, dass meine Geschwister und mein Umfeld meine Beiträge lesen, und bin daher ganz beruhigt. Danke, dass ihr alle da seid!

Es kommen manchmal auch Mails oder YouTube-Kommentare: „Warum machst du das?“

Da kann ich einfach nur sagen:

Ich bin ein Mensch. Ein empfindsames Wesen. Habe eine Psyche und Gefühle. Ich habe ein angeborenes Mitteilungsbedürfnis und sehne mich wie jedes andere Lebewesen (außer der Kater – der will nur Fressen) nach Zuwendung und Zuspruch. Meine Gesundheit und mein weiteres Leben werden durch eine fiese Krankheit bedroht. Und ich habe hier einen Weg gefunden über meine digitalen Kanäle, mit dieser Situation besser umzugehen. Ich habe zwar die Onkopsychologie ins Boot geholt, zur Sicherheit den Kontakt aktiviert. Aber ich nehme dieses Angebot momentan nicht in Anspruch. Ich bekomme so viel Zuspruch über YouTube, Mail und nun auch über TikTok. Das hilft. Das baut enorm auf und macht alles sehr viel einfacher für mich. Deshalb ist es mir auch vollkommen egal, ob vereinzelt Leute das als „Blödsinn“ abstempeln. Peinlich oder was auch immer. Ich bekomme auf TikTok mehr Hatekommentare als auf YouTube. Scheiß drauf!

Bekomme du die Diagnose – dann reden wir nochmal!

Ansonsten werde ich, glaube ich, noch ein paar Kochvideos auf meinen privaten YouTube-Kanal hochladen und hier die Videos verlinken.

Bitte habt Nachsicht. Ich will mich nicht wichtig machen. Ich mache hier meine ganz eigene Psychotherapie – und sie wirkt!

Ich habe gute Laune und könnte Bäume ausreißen. OK, OK. Einen frisch gepflanzten Apfelbaum-Trieb. Man ja. Ist ja gut. Könnte vielleicht gerade mal so einen Grashalm umknicken.

6 Kommentare zu „Termin zur OP steht – am 11.09.2026“
  1. Ralf ich hoffe das nach der Magen OP nicht der Mist weiter in die Speiseröhre weiter geht wie bei meinem Vater, weil das wäre nicht super. Ich hoffe und wünsche dir das mit der OP der Krebs gestoppt ist, bei mir ist keine Heilung mehr möglich, ich genieße mit Medikamenten die restlichen Monate/Jahre.

  2. Ich habe eine OP hinter mir, so mit Bauchschnitt, das im Rahmen einer Darmop.
    Ich kann sagen, das es nach einer längeren Zeit und der Heilungsprozess abgeschlossen ist, die Narbe die wenigsten Probleme gemacht hat.
    Irgendwie wird das schon werden!

  3. Boah schreiben die hier alle miese Kommentare! Leute, es kann doch auch gut ausgehen und sein Tumor ist doch kleiner geworden! Alter, seid doch mal leise! 😤

  4. Hallo Ralf,
    nach echt langer Zeit wollte ich auf deinem YT-Kanal mein IT-Wissen auffrischen – und dann bekomme ich mit, dass du gerade ein ganz anderes Thema hast. Hab deinen kompletten Bog gelesen, ich bin zutiefst berührt und (fast) sprachlos. Deine Worte sind klar, knallhart ehrlich, ungefiltert, authentisch, mutig, frei nach Schnauze. So muss das sein, denn es hält Herz und Seele rein.
    Für die OP und die Zeit danach wünsche ich dir viel Kraft. Hör nie auf zu schreiben.
    Herzensgrüße,
    Patric

  5. Schön zu lesen, dass du trotz dem ganzen Scheiß relativ glücklich bist im Moment. Ich lese hier gern deine Beiträge. Ich glaub auf MyDealz hat jemand den DownloadLink zu deinem ProxMox Buch gepostet und im Vorwort habe ich von deiner Erkrankung gelesen und mich dann durch deinen Blog gewühlt und deine Videos geschaut. Ich wünsche Dir ganz viel Kraft für die nächsten Wochen, genieße alles nochmal so richtig soweit es geht und dann viel Kraft für die Monate nach der OP. Halt uns auf jedenfall auf dem Laufenden, so wie es bei dir passt 🙂

  6. Hallo Herr Kleinert, na das klingt ja wieder nach einem ordentlich Stück Arbeit für Sie und ihren Körper. Ich hoffe Sie überstehen das alles und können sich dann wieder dem von ihnen gewählten Leben widmen und uns gehörig daran teilhaben lassen. Grundsätzlich ist es ja normal, dass jeder und jede mit Problemen anders umgeht und ich beobachte das in den unterschiedlichsten Situationen. Der, die oder das Eine versucht helfende Worte zu finden und andere haben für jedes Problem noch einen Superlativ zu Hand und wollen diesen auch unbedingt loswerden. BITTE lassen sie sich nicht entmutigen und behalten Sie ihren Kopf oben. Liebe Grüße Sascha

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