Hallo und guten Tag, meine Lieben. Am 21.09.2026 wurde ich entlassen und bin nun schon 2 Tage zu Hause. Alles hat sich verändert. Aber es geht mir gut. Ich bin auf dem Weg der Besserung und mir geht es auch besser, als die Ärzte es prognostiziert haben.
Meine Narben innerhalb und außerhalb des Körpers sind zu spüren. Juckreiz, Schmerz und die Befürchtung, es könnte etwas reißen. Also geht mein Körper in die Schonhaltung und ich muss immer bewusst darauf achten, dass ich mich nicht übernehme und mich weiter verletze. Es nervt, ja, aber ich weiß auch, dass es in den nächsten Wochen besser werden wird und die Heilung weiter voranschreitet.
Im Augenblick kann ich bereits jetzt schon so gut wie alles essen. Wo ich aufpassen muss, das ist Zucker. Der ballert sofort rein! Übelste Schmerzen, kann ich da nur sagen. Was ich aber herausgefunden habe, ist, dass, wenn Zucker mit Eiweiß kombiniert ist, dann geht es wieder. Also Käsekuchen geht ganz gut.
Jetzt habe ich mir bei Amazon eine Packung „Neoh“ Crispy Riegel gekauft. 20 Stück, 20 €, sodass ich abends vor der Glotze auch mal wieder naschen kann. Das ist sehr teuer, wenn man einen Riegel mit 22 Gramm für 1 € hat. Aber in Anbetracht der Situation.
Natürlich überwiegen bei mir gerade die Dankbarkeit und die Freude, dass ich einfach weiterleben darf, dennoch wachsen Sorgen immer weiter. Viele meiner Medikamente werden nicht von der Krankenkasse bezahlt und ich muss das dann eben selber stemmen.
Morgen bekomme ich einen speziellen verstellbaren Lattenrost. Ein großes Konstrukt, das alleine als Pflegebett dienen kann. Dazu eine spezielle Matratze, sodass ich nachts mit einem hochgelagerten Oberkörper schlafen kann. Weil ich keinen Magen mehr habe, habe ich auch nicht diesen Verschluss am Dünndarm. Der Speisebrei würde nachts einfach in die Speiseröhre laufen. Das kann dann zu Sodbrennen bis hin zur Lungenentzündung gehen, sollte man den Speisebrei einatmen. Das wird von der Krankenkasse bezahlt und das finde ich schon mal ganz gut.
Dann kommt meine berufliche Situation. Ich bin nun schwerbehindert und dauerhaft hilfebedürftig – bamm – so schnell geht das – so bleibt das. Ich meine, ich stehe in der letzten Zeit, also nach der OP, so gegen 8 auf. Jetzt muss ich alle 2 Stunden Essen einplanen. Ich darf 15 Minuten vor und nach dem Essen nicht trinken. Ich brauche noch sehr lange, um eine Mahlzeit einzunehmen. Um es kurz zu sagen. Wenn ich nun die letzten 10 Jahre nehme und da sage, ich war 100 % einsatzfähig. Nur so als Kalkulation. Dann bin ich jetzt bei einer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit von ca. absolut maximal 20 %.
Es ist jetzt 11:40 Uhr. Ich habe um 8 meinen Tag begonnen. Und jetzt habe ich so viel Essen und Trinken in mir drin, dass ich sagen kann: OK, ab runter ins Studio. N bissl was machen. Dann muss ich aber auch um 14 Uhr schon wieder essen. Und so dreht sich dieses Hamsterrad erst einmal.
Wie eingangs geschrieben, muss ich erst einmal meine physische Heilung abwarten und dann schauen, ob ich meine Nahrungszufuhr optimieren kann. Gestern habe ich Suppengemüse aus dem Frostbeutel blanchiert und dann in meinen Powermixer gemacht. War ne richtig geile Tassensuppe und mir ging es super danach. Aber das wird schon.
Finanziell. Hm. Die YouTube-Einnahmen sinken merklich, weil nichts Neues kommt, die Buchverkäufe sind noch stabil und ich habe nur noch eine Handvoll Kunden mit festen Verträgen. Im Augenblick amortisieren sich die Investitionen in mein Studio (Licht, Kabel, Kameras, Mikrofone, Deko, Computer, Software usw.) gar nicht. Das Geld, das ich da reingesteckt habe, ist nicht mehr verfügbar. Aber ich habe dieses Studio und kann mir nun in aller Ruhe überlegen, wie ich das in Zukunft nutze. Das ist so viel wert, denn viele andere würden vor einem richtigen Trümmerhaufen stehen. Das mindert meine Sorgen.
Ich warte nun erst mal auf den 25.9. Da muss ich in die Klinik und die Wundnachsorge sowie Klammern ziehen wird gemacht. Und vielleicht bekomme ich schon die Ergebnisse zur Magenuntersuchung. Das Organ wird genauestens untersucht, wie viel, wie weit und wie aggressiv der Krebs gewütet hat. Auch die Lymphknoten, die entfernt wurden, werden untersucht. Alle Lymphknoten um den Magen wurden entfernt. Von außen ist eine Narbe auf dem Bauch und man sieht die Verletzung. Aber was die im Bauch alles raus- und abgeschnitten haben, das braucht Zeit zu heilen. Das macht mir Probleme, aber ich bin zuversichtlich.
Mein Blog hier beginnt sehr dramatisch und emotional, viel Leid ist hier in Worten verpackt. Aber ich selbst sehe auch den aufsteigenden Graphen. Es wird besser und ich arrangiere mich mit der Lage. Natürlich, wenn ich vorm Spiegel stehe und einmal die fehlenden 12 kg bemerke und dann diese Narben sehe, dann überkommt es mich schon dann und wann emotional. Aber ich stehe dann einfach vor dem Spiegel und schaue mir das an, mache mich vertraut und versuche die Situation hinzunehmen, da ich sie nicht ändern kann. Es wird leichter.
Alles in allem geht es mir gut. Und alle, die in den sozialen Medien kommentieren und mir Genesung wünschen, alle, die hier lesen und kommentieren, alle, die mir schreiben und die vielen Menschen, die auch spenden. Ihr alle habt mir so viel Kraft und Zuversichtlichkeit gegeben – ich weiß gar nicht, wie ich das gutmachen kann. Der Mensch kann ein Monster sein – aber im Menschen steckt auch so viel Menschlichkeit und Liebe – Danke! Vielen Dank an euch alle!
Hallo Herr Kleinert,
Vielen lieben Dank für das „Lebenszeichen“ ich bin leider ein total ungeduldiger Mensch und habe in den letzten Tagen sehr oft nach einem Zeichen gesucht aber ich will ihnen gar kein schlechtes Gewissen einreden! Die Akzeptanz für den sehr anders aussehenden Körper stellt sich nach und nach ein und ich spreche aus eigener Erfahrung. Ich hatte 2000 einen sehr heftigen Verkehrsunfall bei dem auch meine Freundin ums Leben kam und die nicht unerheblichen Narben erinnern mich quasi täglich und es ist Sch… aber es geht inzwischen ohne Heulattacken. 2005 habe ich meine Gallenblase herausgenommen bekommen und seit dem eine bestimmt 20cm lange Narbe auf dem Bauch. Am Strand oder so schauen einige recht komisch aber das berührt mich schon lange nicht mehr so arg. Aber genug von mir. Wie gesagt vielen lieben Dank für ihren Post. Liebe Grüße und weiter toitoitoi Sascha!
Hallo Sascha! Was soll ich sagen? Mit so einer Nachricht habe ich überhaupt nicht gerechnet. Mir ist klar, dass viele andere auch ihre Schicksalsschläge erlebt haben, aber seine Freundin bei einem Verkehrsunfall zu verlieren, das ist schon ziemlich das Schlimmste, was man erleben kann. Es tut mir wirklich unsagbar leid, so was zu hören. Alleine der Gedanke, dass mir sowas auch passieren könnte, da streuben sich mir die Nackenhaare.
Und trotzdem lese ich aus deinen Zeilen auch etwas sehr Positives heraus. Du bist heute hier, du kannst darüber schreiben und du hast einen Weg gefunden, mit deinen Narben und dem, was passiert ist, zu leben. Vergessen wird man so etwas vermutlich nie und manche Dinge werden für immer ein Teil von einem bleiben. Aber sie müssen eben auch nicht für immer bestimmen, wie es einem geht.
Dass du heute sagen kannst, dass dich die Blicke anderer Menschen am Strand nicht mehr so sehr berühren, finde ich richtig gut. Vielleicht sind die Narben irgendwann auch gar nicht mehr nur die Erinnerung daran, was passiert ist, sondern auch daran, was man alles überstanden hat.
Meine Narben sind gerade noch ziemlich frisch und ich muss mich selbst erst einmal daran gewöhnen, dass mein Körper jetzt anders aussieht und vor allem auch anders funktioniert. Aber genau solche Nachrichten wie deine zeigen mir, dass vieles mit der Zeit einfach normaler wird.
Und wegen meiner Lebenszeichen: Mach dir da wirklich keinen Kopf. Du hast mir damit überhaupt kein schlechtes Gewissen gemacht. Ganz im Gegenteil. Zu wissen, dass da Menschen sind, die immer wieder nachschauen und sich Gedanken machen, wie es mir geht, bedeutet mir wirklich sehr viel.
Also Sascha: Auch von mir ein ganz dickes Toitoitoi zurück. Pass auf dich auf und lass dich von deinen Narben nicht ärgern. Die gehören zu dir und zeigen vor allem eines: Du bist noch da!
Liebe Grüße
Ralf
Hallo Herr Kleinert,
vielen lieben Dank für die lieben Worte und ich bin absolut begeistert, dass Sie zu solchen schon wieder in der Lage sind. Und ich schließe mich den Worten eines großen Baumeisters an und sage: „Wir schaffen das!“ Spaß beiseite, Wir / Sie schaffen das wirklich. Ich habe da ein gutes Gefühl. Liebe Grüße Sascha
Hey Ralf ✌️ hab doch gesagt, dass du das alles gut überstehst. Ich komm echt nicht klar mit deinen E-Mail Adressen, ich weiß nicht, wo ich dir da schreiben soll. Ich geb dir mal meine, ist xxxxxxxxxxx@gmail.com wenn du mal Bock hast kannst mir ja schreiben, dann klären wir die Sache auch auf 😅. Ich hoffe, es geht dir gut. Narben sind nicht schlimm, mach dir da keine Sorgen. Die machen dich höchstens cool. Ich meine, wer will denn schon wie ein gebügelter Hipster aussehen? Und wenn Käsekuchen geht, ist doch super! Ich drück dir die Daumen 🍀 liebe Grüße ☺️
Hallo Annie. Ich habe dir eine Mail geschrieben, und lösche diese Mail hier raus.
Hallo Herr Kleinert,
ich bin sehr erleichert, wieder von Ihnen zu hören und dass es Ihnen, wie man so schön sagt, „den Umständen entsprechend gut“ geht. Das bedeutet ja nichts Anders, als dass noch viel Luft nach oben ist…Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass es Ihnen jeden Tag ein bisschen besser geht und dass Ihre Nachuntersuchung heute gut gelaufen ist.
Beste Grüße
Bernhard Gottlob
Hallo lieber Herr Gottlob.
Vielen Dank für die liebe Nachricht. Das freut mich sehr. Es geht bergauf – und ich kraxel den Berg auch weiter hoch!
Wir haben gemeinsam viel gelacht – und ich wünsche mir von Herzen, dass wir wieder gemeinsam lachen können. P.S. Wir haben natürlich nur gelacht, weil uns die IT nicht um die Ohren geflogen und abgefackelt ist. 😅
Hallo und guten Morgen Herr Kleinert, der 25. ist nun auch schon etwas her und die Anspannung dahingehend sollten sich wohl gelegt haben und ich hoffe für Sie es haben sich keine aktuellen Baustellen aufgetan. Weiterhin alles Gute und werden Sie schön gesund. Liebe Grüße Sascha