13.09.2026
Zwei Tage nach der OP. Mir wurden in einer 7-stündigen Operation der komplette Magen und die umliegenden Lymphknoten entfernt. Es ist nichts mehr daran zu ändern. Keine Ahnung, wo mein Magen geblieben ist, aber seit 45 Jahren ist er das erste Mal nicht bei mir. Er wird auch nie wieder zurückkommen. Das muss mir klar werden.
Dass der Magen rauskommt, war ja auch klar. Dass ich aber wieder diese Schmerzen durchmachen muss, das war mir nicht klar. Zunächst blieb ich wegen meiner Schmerzen einen Tag länger auf der Aufwachstation, dann wurde ich auf die Normalstation verlegt und ich bin vor Schmerzen völlig ausgeflippt. Habe gejapst, geheult und lief blau an, weil ich keine Luft bekam. Also wieder auf die Überwachungsstation, Oxycodon, Sauerstoff und alles, was man so bekommt, wenn man sich nicht wohlfühlt.
Während ich hier schreibe, nicke ich immer wieder weg. Wollte nur sagen, bei mir läuft wirklich alles schief. Ich poste das heute auch nicht mehr.
17.09.2026
Gestern bin ich von der Überwachung auf die Normalstation gezogen. Diesmal hat alles geklappt. Ich war nun also ca. 6 Tage auf der Überwachung und es war für mich die absolute Hölle. Ich hatte ja ein kurzes Videoupdate gepostet, aber mir war nicht nach Schreiben zumute. Ganze 5 Tage war ich auf der Überwachungsstation, festgekabelt an Monitoren, Pumpen und Tropfs. Ich hatte solche Schmerzen, dass ich alle 2 Stunden eine Oxycodonspritze bekam und jetzt habe ich Fentanyl-Pflaster. Heute haben die den gewechselt.
Meine Besserung auf der Überwachung hatte sich erst eingestellt, nachdem ich mich gezwungen habe, aus dem Bett aufzustehen. Trotz Schmerzen und wackeligen Beinen. Ich habe mich einfach am Fensterflügel und am Bett festgehalten und auf der Stelle begonnen zu laufen. Arme bewegen, Rücken bewegen – TeleGymRalle mal eben. Weil, wenn du 3, 4 oder 5 Tage am Stück im Bett liegst, nur auf dem Rücken, weil überall Schläuche aus dir rauskommen, dann tut das dem Körper gar nicht gut. Man muss sich mobilisieren. Das war der Grund, warum mein Darm und alles, wo die dran rumgefuhrwerkt haben, wieder zum Leben erweckt wurde.
Ich lag 7 Stunden auf dem OP-Tisch. Und so, wie die alles wieder in meinen Bauch reingestopft haben, nachdem sie es herausgeholt hatten, blieb es dann nach dem Zunähen auch alles liegen. Vollkommen unordentlich. Erst nachdem ich mich aus dem Bett gezwungen hatte, rutschte alles dorthin, wo es nun natürlicherweise hingehört. Das war es dann. Das war meine Rettung. Quasi wie bei einer Taschenlampe. Jeder schüttelt die Batterien an die richtige Stelle, wenn die Lampe flackert!
Was will ich nun damit sagen? Es ist möglich, dass die größten Schmerzen und Komplikationen dir den Mut und den Willen rauben, weitermachen zu wollen. Du hast mehr Tiefschläge als Erfolge. Aber jetzt im Augenblick, 6 Tage nach der OP, sitze ich am Laptop und esse mein erstes echtes Frühstück. Um Punkt 8 habe ich die beiden Stullen geschmiert und den Joghurt aufgemacht. Jetzt ist es 3/4 10 (09:43). Ich muss mich also ganz langsam an die neue Situation rantasten. Ich habe keinen Magen und muss mein Essen sehr weit strecken und viel mehr Zeit einplanen.

Was dir aber keiner sagt und nirgends zu lesen ist: Ich muss meine Zahnpflege sehr gründlich überdenken. Wenn du so langsam essen musst und so viele Mahlzeiten am Tag und alles so fein zerkauen musst, dann haben deine Zähne viel mehr zu tun, als die Natur vorgesehen hat.
Aber. Es geht mir erst mal sehr gut.
Mittach. Könisgberger Klopse. (Meine selbst gekochten schmecken aber besser.)

Ich werde hier in der Klinik eine Ernährungsberatung beanspruchen. Weil, das Essen will nun neu erlernt werden.
Hallo Herr Kleinert,
auch hier noch einmal: ich freue mich sehr für sie und hoffe, dass Sie nun für diesen Therapieabschnitt genug gelitten haben. Na dann, auf gehts in ein quasi neues oder evtl. auch nur iwie sehr anderes Leben. Bleiben Sie schön am Ball und dann kommt bestimmt alles wieder ins Lot. (Das erste haben Sie ja schon wieder zurecht geruckelt…)
Ich drücke die Daume und crosse alle Finger!
Liebe Grüße Sascha
Hi Ralf ✌️gut, dass du alles überstanden hast! Das schlimmste ist geschafft. Nun geht’s nur noch bergauf. Ich wünsche dir viel Kraft und hoffe, bald wieder positives von dir zu hören, und dass es mit YouTube weiter geht. Alles liebe 🫶