Tag 6 – ich fühle mich krank, aber es wird besser

Ich habe jetzt schon ein paar Tage nichts mehr geschrieben. Ich fühle mich einfach nicht danach. Es ist wirklich so, dass man im ersten Chemo-Zyklus ganz einfach nicht weiß, was auf einen zukommt. Auch wenn die Nebenwirkungen einer Chemotherapie bekannt sind, müssen ja nicht alle eintreffen. Es können auch welche auftreten, die nicht besonders bekannt sind.

Am 19.06. bekam ich die ersten Medikamente verabreicht. Morgen ist das genau eine Woche her. Am 03.07. bekomme ich die nächste Ladung verpasst. Also dauert ein Zyklus aktuell zwei Wochen bei mir. Ob sich daran noch einmal etwas ändert, kann ich nicht sagen. Möglich ist es aber.

Momentan bin ich sehr müde, habe Muskel-, Kopf- und Gliederschmerzen, kratze nah am Fieber und habe trockenen, schmerzhaften Husten. Alles in allem ein starkes Unwohlsein. Dann kommt noch diese unerträgliche Hitze hinzu. Normalerweise würde ich den Sommer, wie immer, an meinem Waldsee verbringen. Ja. Nee. Mein Magenkrebs muss natürlich im Frühling entdeckt werden. Könnte kotzen! Ich meine, angearscht sein ist die eine Sache, aber wenn das Angearschtsein auch noch bis auf den Millimeter ausgerichtet und eingetaktet ist, sodass wirklich ALLES scheiße ist. Na, da hat sich das Schicksal aber mal so richtig Zeit für mich genommen.

Anhand meines Schreibstils kann aber entnommen werden, dass es mir dennoch schon besser geht. Ich fühle mich noch immer gerädert. Aber wenn ich das Maul schon wieder so aufreißen kann, bin ich auf dem Weg der Besserung.

Am 29.06. muss ich zur Blutabnahme. Dann wird kontrolliert, ob soweit alles in Ordnung ist und ob mein Körper die Chemotherapie bisher gut verkraftet hat. Was dabei genau untersucht wird und welche Werte für die Ärzte wichtig sind, weiß ich im Moment selbst noch nicht. Das werde ich vermutlich erst im zweiten Chemo-Zyklus genauer erfahren. Sobald ich mehr darüber weiß, werde ich natürlich hier im Blog darüber berichten.

Was ich aber jetzt schon sagen kann: Ich tue alles, um mir diese Zeit so angenehm wie möglich zu machen. Eis geht erstaunlich gut, ebenso leckere Getränke, Suppen und alles, worauf ich gerade Appetit habe. Dabei höre ich einfach auf meinen Körper. Wenn er nach etwas verlangt und ich es vertrage, dann gönne ich es mir auch.

Das Wichtigste ist allerdings das Trinken. Mein Körper braucht jetzt viel Flüssigkeit. Die Medikamente müssen verarbeitet werden und ich möchte natürlich alles dafür tun, dass meine Nieren und der restliche Organismus dabei bestmöglich unterstützt werden. Ehrlich gesagt ist das gar nicht so einfach. Man hat nicht ständig Durst, manchmal schmeckt einem Wasser überhaupt nicht und an manchen Tagen muss man sich regelrecht dazu zwingen, wieder ein Glas zu trinken.

Ich merke aber, dass es einen Unterschied macht. Wenn ich zu wenig trinke, fühle ich mich noch schlapper. Deshalb steht eigentlich immer irgendwo eine Flasche oder ein Glas in meiner Nähe. Ich erinnere mich selbst immer wieder daran: Noch ein paar Schlucke. Gerade während einer Chemo können solche Kleinigkeiten einen größeren Unterschied machen, als man denkt.

Ein Kommentar zu „Tag 6 – ich fühle mich krank, aber es wird besser“
  1. Hallo Herr Kleinert,
    wieder kann ich natürlich nur für mich sprechen aber ich denke der Großteil ihrer Leserschaft hat absolutes Verständnis dafür, dass sie sich nicht jeden Tag ihre Schiefertafel und ihren Griffel schnappen um uns aber auch ihre Lieben zu informieren. Grundsätzlich haben Sie Recht wenn Sie sagen, dass man ihre Verfassung an ihrem Schreibstil erkennt und ich freue mich sehr für Sie, dass es heute wieder besser klingt oder besser sich liest.
    Toi toi toi und herzliche Grüße Sascha

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