Heute den ganzen Tag einfach nur Krank gewesen

Ich habe im Bett gelegen, den ganzen Tag und ich fühle mich einfach nur krank. Alle Knochen tun weh wie Sau, Muskeln und Gelenke schmerzen – das ist schon eine Plage. Ich darf in dieser Bullenhitze nicht raus. Muss mich vor UV-Licht schützen und darf mir auch sonst so nicht irgendwas einfangen. Was bleibt mir? Amazon-Prime-Video.

Hab mir heute mal wieder „Starship Troopers“ reingezogen. Ich glaube ich wollte nur mal Leute sehen, denen es beschissener geht als mir. Ich finde den Film Klasse, weil 1997 Filme noch gemacht wurden, mit Herzblut, Verstand und Können. Heute ist alles nur noch CGI (Computer Generated Imagery) – selbst bei großen Studios und bei großen Schauspielernamen, kommt heute nur noch liebloser CGI-Müll, also Computereffekte auf die Leinwand.

Esgal. Es geht ja hier nicht um Hollywood. Mir geht es wirklich nicht so gut, aber dennoch habe ich heute PVE Updates bei meinen Kunden eingespielt. Natürlich teste ich die Updates vorher auf meinen Servern die hier jetzt nun im Hause stehen. Und solange ich halbwegs krauchen kann, mache ich das gerne. Aber sobald ich merke, dass ich geistig nicht ganz auf Stand bin, zu schwach oder so. Dann gibts ne Signal-Nachricht. Sorry geht nicht.

Proxmox PVE und PBS sind auf ihrem Debian extrem zuverlässig unterwegs. Es müssen nicht zwingend sofort alle Updates eingespielt werden, Solange die Sicherheit um den Server herum nicht einfach ausser acht gelassen wird. Son PVE läuft viele Jahre ohne Updates einfach weiter.

Nach meiner ersten Chemo merke ich sehr deutlich, wie die Medikamente in meinem Körper arbeiten. Es fühlt sich an, als hätte jemand mein Immunsystem auf höchste Alarmstufe gestellt. Nicht nur gegen die Krebszellen, sondern auch gegen vieles andere.

Der Tag wird von Übelkeit begleitet. Appetit habe ich kaum noch. Muskel- und Gliederschmerzen gehören inzwischen zum Alltag. Dazu kommen starke Kopfschmerzen, die mich immer wieder ausbremsen.

Selbst etwas so Einfaches wie ein Glas Wasser trinken ist plötzlich eine Herausforderung geworden. Mein Körper scheint sich regelrecht dagegen zu wehren. Manchmal muss ich mich dazu zwingen, jeden einzelnen Schluck zu trinken. Aber ich tue es trotzdem. Weil ich weiß, dass mein Körper die Flüssigkeit braucht.

Es sind keine angenehmen Tage. Die Chemo fordert ihren Tribut. Aber gleichzeitig weiß ich, warum ich das alles durchstehe. Jedes Medikament, jede Infusion und jeder unangenehme Tag hat nur ein Ziel: den Krebs zu besiegen.

Im Moment fühlt sich der Weg steinig an. Doch ich gehe ihn Schritt für Schritt weiter. Nicht weil ich besonders stark bin, sondern weil Aufgeben keine Option ist.

An manchen Tagen schafft man keine großen Dinge. Man schafft nur den nächsten Schluck Wasser, den nächsten Spaziergang durch die Wohnung oder die nächste Stunde auf dem Sofa. Und manchmal reicht genau das aus.

Bis hierher habe ich durchgehalten. Also gehe ich auch den nächsten Schritt.

Ich bekomme noch immer viele Nachrichten per E-Mail oder auf YouTube. Darüber freue ich mich wirklich. Trotzdem antworte ich im Moment kaum noch, weil ich es einfach nicht schaffe.

Selbst ein einfaches „Dankeschön“ ist derzeit ein steiniger Weg. Das Handy in die Hand nehmen, die App öffnen, Kommentare lesen und vielleicht noch ein paar Zeilen tippen – das klingt nach einer Kleinigkeit, kostet mich aber momentan unglaublich viel Kraft.

Deshalb ist dieser Blog für mich gerade der einfachere Weg. Wenn ein wenig Kraft und Wille da sind, schreibe ich hier ein paar Zeilen und lasse euch wissen, wie es mir geht.

Im Augenblick möchte ich eigentlich nur wieder ins Bett und sonst nichts.

Heute habe ich immerhin einen Salat aus Tomaten, Gurke und etwas Schafskäse gegessen. Gestern habe ich mir 500 Gramm Spaghetti mit einer ganz einfachen Tomatensoße gekocht. Kein Schnickschnack, einfach nur Nudeln mit Soße.

Und das Beste daran: Es schmeckt gut. Über solche kleinen Dinge freue ich mich im Moment besonders.

Dann habe ich heute noch mit meiner Ärztin gesprochen und mit der Station telefoniert. Für den Fall, dass ich hohes Fieber bekomme, soll ich mich sofort nach Buch bringen lassen. Da wird nicht lange überlegt.

Einen anderen Hinweis hat mir meine Ärztin ebenfalls mit auf den Weg gegeben. Ich solle mich darauf einstellen, dass die DAK meine Trink- beziehungsweise Spezialnahrung möglicherweise nicht bezahlen wird. Und zwar unabhängig davon, ob ich künftig noch einen Magen habe oder nicht.

Ganz ehrlich? Darüber mache ich mir im Moment noch keine großen Gedanken. Ich habe aktuell andere Baustellen.

Sollte die Krankenkasse später tatsächlich anfangen, deswegen Theater zu machen, dann werde ich wohl noch ein letztes Mal zur Höchstleistung auflaufen. Wer mich kennt, weiß, dass ich in solchen Fällen ziemlich hartnäckig werden kann.

Und wer weiß? Vielleicht schaffe ich es damit sogar bis in die Abendnachrichten.

Weeste, vom Nildelta bis zum Kap der Guten Hoffnung kann hier jeder die Hand aufhalten, wie er Bock und Laune hat. Ick mach hier schon wieder richtig Stimmung im Krankenbett, Alter. Macht gerade richtig Laune.

2 Kommentare zu „Heute den ganzen Tag einfach nur Krank gewesen“
  1. Ditt machste Jenau Richtich .Die Kassen (Versicherungen jenauso) haben eene Grundrejel: Erstma allet ablehnen- sollnse doch erstma klaren- und denn könnwa immanoch in den sauren Appel beißen – Mein Vata hat schon vor 40 Jahren jesacht: ALLET VABRECHA! – Recht hatta jehabt. Punkt.
    Und wenn alle Stränge reißen, machen alle 5050 Followers ne Demo – denn wernse aba kiecken 🤨

  2. Hallo Herr Kleinert, wichtig ist, das es schmeckt, ne gewisse Zeit drinnen bleibt und dann aber auch wieder geregelt rauskommt. Ich glaube Sie machen aktuell viel richtig. Also weiterhin Kopf hoch und einfach aushalten, dass der eine oder andere Daumen gedrückt wird. Also wenn das mit der DAK stimmt, sollte ich echt ernsthaft über einen Wechsel nachdenken. Beste Grüße Sascha

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