Guten Morgen. Es ist 4:13 und hier im Krankenhaus hat sich so mein normales Schlafverhalten eingestellt. So 4 – 5 Stunden pro Tag. Ich habe ja hier nichts zu tun, was mir grossartig Kraft raubt. Sobald der erste Vogel die Kehle aufreißt, bin ich wach. Großartig Kraft meine ich jetzt nicht die Chemo, denn diese merke ich, aber irgendwie benötige ich trotz dieser kaum Schlaf. Kann ich nicht ändern. Konnte ich seit 2006, nach einem Schädelhirntrauma noch nie besonders gut ändern. Ich schlafe einfach weniger, als vor 2006.
Im Augenblick quält mich was ganz anderes. Ich habe erst überlegt ob es peinlich wäre, oder unangebracht. Aber es ist da und falls doch jemand mitliest, der Betroffen ist, dann kann ich das auch nicht unter den Teppich kehren. Seit der ersten OP und den ersten Medikamenten danach, habe ich schon so meine Probleme auf den Topf zu gehen. Es ging immer noch irgendwie mit Ach und Krach. Doch nach dem Beginn der Chemo selbst, kommt unten nicht mehr das raus, was ich oben rein schiebe. Ich habe schon mit Ärzten und Pflegern gesprochen und das ist wohl auch eine bekannte Nebenwirkung, aber da ich normalerweise sehr zuverlässig, jeden Tag mein Geschäft verrichte, mache ich mir schon Sorgen.
Es wird auch von rhythmischen Bauchschmerzen begleitet. Ich habe die letzen Tage, täglich Salat gegessen, um Ballaststoffe und Flüssigkeit ins System zu bekommen, ich habe zu jeder Mahlzeit so einen Beutel mit Abführmittel Pulver zum Trinken bekommen. Bekomme seit 2 Tagen Tabletten zusätzlich. Da tut sich gar nichts mehr. Und da schleichen sich nun ganz andere Ängste ein. Nicht etwa, was ist nach dem Krebs und vor der Heilung. Mein Problem ist gerade, wie verdammt kann ich auf den Lokus gehen?
Ich habe Chemo im Blut. Meine Zellen teilen sich nicht korrekt. Meine Haare, Fingernägel, Schleimhäute und auch die Darmschleimhäute werden nicht erneuert. Und wenn ich nun Tag für Tag immer mehr verstopfe, und nicht auf das Klo gehen kann, dann ist das für mich ein sehr unangenehmes und schmerzhaftes Problem, das zu einer Sorge wird.
Ich sitze hier wider vor der Klinik. Die komplette 1. Chemo ist durch. Ich habe soweit keine signifikanten Auffälligkeiten und kann auch heute nach Hause. Ich habe hier nen großen Kaffee. Normalerweise, wenn alles in Ordnung wäre, würde ich nach 2 Schluck Kaffee zu Hause losrennen, und niemand, nicht mal Chuck Norris hätte mich aufhalten können. Aber hier geht gar nichts.
Es ist einfach so, dass die 2. Chemorunde bei mir vollkommen anders ablaufen wird. Da werde ich mich ganz anders vorbereiten. Der Krebs selbst ist schon ne Hausnummer, aber das kann und will ich nicht nochmal erleben. Vielleicht habe ich Idiot auch den Fehler mit der Knacker gemacht. Da gibt es ein YouTube Video. Die Ärzte haben gesagt: Nur Suppe. Was macht Ralfi? Frisst ne Knacker! Sonst habe ich mich brav an alles gehalten. Nur eben den ganz Harten gemiemt und ne Knacker gegessen. Vielleicht liegt die mir Quer.

Was ich damit sagen will. Sollte jemand betroffen sein, kann ich nur raten das Prodlem mit einer bösen Verstopfung auf dem Zettel zu haben. Magenkrebs, Krebs und Chemotherapie und dann eine Verstopfung, diese Mischung ist für das Wohlbefinden alles andere als förderlich.
Das ist heute mein einziges Problem.
Ich werde jetzt noch mal mit den Pflegerinnen und Pflegern sprechen, was ich tun kann. Wirklich. Ich habe kein Interesse daran, zu Hause ohne Arzt in der Nähe weitere Schmerzen, Übelkeit und noch weitere Probleme zu bekommen. Das tut richtig doll weh.
5:05
Ich habe jetzt mit einem Pfleger gesprochen. Der hat mir 4 Zäpfchen gegeben, soll alle nehmen. Wenn das nicht fruchtet, kommt ein Arzt und dann könnten Ultraschall und CT folgen. Und wenn alles nichts hilft, kann ich heute noch nicht nach Hause gehen.
Was soll ich sagen? Da muss ich durch. Ob ich will oder nicht. Ich kann nicht wählen zwischen angenehm und unangenehm. Ich bin dem ausgeliefert und muss dieses Problem lösen.
5:50
Nach Gabe der 4 Zäpfchen, geschah nicht so viel. Das Problem sitzt höher. Also gab es noch mal ein Gespräch mit Pflegern. Und später auf jeden Fall noch mit einem Arzt.
Ich habe jetzt 2 Tüten Macrogol mit 250ml Wasser getrunken, dann nach und nach schütte ich weitere 2 Liter Wasser in mich rein und dazu gibt es MCP 10mg. Tabletten, die Magen und Dünndarm auf Trab bringen.
Im dem Gespräch habe ich auch unter großer Reue berichtet, dass ich nach der OP ne Knacker verdrückt habe. Hier wurde mir aber gesagt, dass die Knacker nicht das Problem ist. Ich soll mich zwar bessern und das tun was die Docs sagen, aber in dem Falle ist das Problem nicht darauf gefußt. Phu. Hab ich nochmal Schwein gehabt. Aber dennoch. Sowas mache ich trotzdem nicht mehr.
Ich bekomme auch gleich zum Frühstück n starken Abführtee und dann wird das schon, meinten die hier. Und wenn nicht, bin ich hier in einer so modernen Klinik, dagegen ist Emergency Room n Bretterschuppen.
Das wünsche ich keinem!
Oh weh. Halte durch!
Hallo! Also bitte nicht falsch verstehen, aber so ohne K*cke, ist schon Sche*ße 🤝💪🍀
Hallo Herr Kleinert, na dann sag ich mal wieder toi toi toi. Gut ist, dass Sie das Problem beim Personal ansprechen. Bei meinen vielen OP´s war es immer wichtig, das ich aufm Töpfchen war bevor ich „ordentliches“ zu Essen bekommen habe, weil umgspr. manche Regionen im Körper wohl länger schlafen. Leider ist Bewegung auch wichtig fürs Geschäft und die findet, wenn man nicht fit ist ja auch nicht so statt. Na dann wieder alles Lieb und Gute für alles Weitere. Liebe Grüße Sascha
Ist das Zeugs schon weg? Wenn nicht, dann mal das machen, wenn’s noch nicht gemacht wurde:
In den Enddarm fassen, um zu ertasten, ob da harte Ködel drin sind. Entweder von der Pflege oder vom Arzt machen lassen oder DU machst es selber : Dafür 2 Handschuhe übereinander (hängen bestimmt im Zimmer), auf Toilette, pressen wie zum Stuhlgang, damit der Schließmuskel entspannt und dann Mittelfinger rein und ertasten, ob Enddarm leer ist oder harte Ködel drin sind. Im letzten Fall das dann der Pflege sagen. Solche harten Ködel werden therapeutisch anders angegangen…
Mittagessen ist ja schon vorbei….
Es kann dauern, dauern…
Es hat sich noch nicht viel getan
Hah. Hier kommenrtier‘ ich Stier, der die Lage kennt – und seit der Chemo und nem SHT auch kaum noch pennt. Wir hatten nur kurz z’samm‘ die Ehre, glauben dennoch an ein erfülltes Leben, Dronabinol – und nicht an Leere.
Jetzt hör ich besser mit dem Reimen auf – dabei hab‘ ich gerade einen Lauf…
Gleichen wünsche ich Dir sehr – ist das Sch**ssen manchmal noch so schwer.
Kommt wieder mal ein Medi-Tipp: „Constella“ – das ist gegen „Bremsen“ gerade Hipp!
Alles Liebe! Ralle – oller Hahn! Lass‘ die Kasse bloss nicht an Dir spar’n!